Dr. Kurt Koch

Satanskulte

Der liberale Theologe Röhr (1777-1848) bezeichnete den Teufelsglauben als bemitleidenswerten Wahn einer unerleuchteten Zeit. Der schriftgemäße Theologe Adolf Schlatter, den ich selbst in Tübingen noch hören konnte, erklärte, daß die biblische Verkündigung den Teufelsglauben einschließe. Wir haben damit eine unbiblische und eine biblische Linie.

Der Satanskult in der Bibel und in der Religionsgeschichte ist oft das gleiche wie der Schlangenkult. Das geht zurück auf die Urversuchung im Paradies, wo der Teufel dem ersten Menschenpaar in Gestalt einer Schlange erschien. Die Bewohner des Landes Kanaan verehrten Satan in Gestalt der Schlange. Das gleiche finden wir in Ägypten. Die Zauberer, die Moses widerstanden, gehörten zum Schlangenkult. Sie waren in der Lage, Schlangen zu hypnotisieren, so daß sie steif wurden wie ein Stock. Wir haben bei diesen Zauberern das umgekehrte Wunder wie bei Moses. Moses konnte in der Kraft Gottes den Stab zur Schlange verwandeln. Die Zauberer konnten in der Kraft Satans Schlangen zu einem Stab verwandeln und sie dann wieder aus der Hypnose zurückrufen.

Einige Jahrhunderte vor Christus entstand in Syrien der Kult der Ophiten. Die Ophiten sind ebenfalls Schlangenanbeter und Satansanbeter gewesen. Sie selbst nannten sich Gnostiker, Träger einer höheren Weisheit. In einigen Punkten haben die Gnostiker die gleichen Lehren wie sie heute von den Anhängern der Allversöhnungslehre geglaubt werden. Die Ophiten waren der Meinung, daß der Mensch nach seinem Tode die Chance hat, über lange Zeiträume hinweg sich höher zu entwickeln bis zur völligen Erlösung. Mit dieser Überzeugung sind sie der Prophezeiung Satans gefolgt: Ihr werdet mitnichten des Todes sterben, sondern es werden nur eure Augen aufgetan werden.

Einen weiteren Schlangenkult finden wir im Alten Testament in Gestalt der ehernen Schlange. In 4. Mos. 21 hat Moses im Auftrag Gottes eine eherne Schlange aufgerichtet. Die Israeliten, die von den giftigen Schlangen gebissen worden waren, hatten im Glauben auf die eherne Schlange zu blicken und blieben dann am Leben. Diese eherne Schlange wurde also von Gott zu einem Zeichen des Heils gegeben. Vergleichen wir dazu Joh. 3, wo die Kreuzigung Jesu ebenfalls ein erhöhtes Heilszeichen darstellt. Was nun Gott als Zeichen der Errettung dem Volk Israel damals gegeben hat, wurde in späteren Jahrhunderten zu einem Götzendienst. Die Schlange hieß Nehusthan, und damit trieben die Israeliten noch 400 oder 500 Jahre nach Moses Zauberei und Götzendienst.

Die Geschichte der christlichen Kirche ist voll von Satanskulten und Schlangenkulten. Es würde zu weit führen, wenn alles dargestellt werden sollte. Ich verweise auf ein aufschlussreiches englisches Buch von Tatford mit dem Titel "Satan, the prince of darkness". Das Buch ist zu empfehlen, denn es ist aus einer biblischen Haltung und einer guten Kenntnis der Religionsgeschichte geschrieben.

Es sollen einige Beispiele angeführt werden.

B 1 Den Templerrittern wird nachgesagt, daß sie die Gründer einer regelrechten Satanskirche sind. Wer in diesen Orden eintreten wollte, musste auf ein am Boden liegendes Kreuz mit Füßen treten und es anspeien. Ferner hatte sich der Bewerber mit seinem Blut dem Teufel zu verschreiben. Der französische König hat im Jahr 1307 bis 1311 die Templer verfolgen und verhaften lassen. Bei den Folterungen wurden natürlich auch Geständnisse erpresst, die niemals der Wahrheit entsprachen. Die französischen Historiker, z. B. Abbe Barnuel, berichteten, daß die französische Revolution sorgfältig und methodisch durch diese Templerritter vorbereitet worden sei. In den Zirkeln der Templerritter wurde die schwarze Messe gefeiert. Alles, was uns von der Bibel her heilig ist, haben sie in den Schmutz gezogen. Auf dem Altar lag eine unbekleidete Frau. Den Wein des Abendmahls haben sie mit dem Blut eines getöteten Kindes vermischt. Die Gebete haben sie dadurch abgeändert, daß sie den Gottesnamen durch Satans Namen ersetzten, also alles Dinge, die wir auch heute in den Satanskirchen kennen. Der Ritus der Satansanbeter wurde dann von Anhängern von Paris nach USA gebracht und von dort wieder nach Rom und in andere Länder.

Wir haben nicht nur eine französische Linie der Teufelskulte. Es gibt auch eine deutsche Linie.

B 2 Im 13. Jahrhundert wurde ein friesischer Stamm mit Namen Stedinger für seine Satanszeremonien bekannt. Die Stedinger waren bekannt für alle Formen der Zauberei und Gottlosigkeit. Sie plünderten Kirchen aus, entweihten die Sakramente und die Kruzifixe. Sie vergossen unschuldig Blut. Sie töteten und trieben alle möglichen Arten von Orgien. Sie erhoben sich auch gegen die Behörden, so daß der Herzog von Brabant im Jahre 1234 gegen sie zu Felde zog und 8000 von ihnen tötete. Der Rest hat sich dann zerstreut. Diese Anhänger, die das Massaker überlebten, haben dann überall die okkulten Dinge hingetragen und damit das Unheil noch vergrößert.

Eine dritte Linie der Satanskulte hat sich in Großbritannien gehalten. Die Druiden, die Priester eines alten keltischen Stammes, waren hochberühmt für ihre astronomischen Kenntnisse. Andererseits betrieben sie das Menschen? und das Tieropfer, um den sündigen Menschen mit Gott zu versöhnen. Ich habe das in dem Abschnitt über Allerheiligen (Halloween) erwähnt. Die Geschichte der Druiden wird zeitlich von 1900 vor Christus bis etwa 500 oder 600 nach Christus angesetzt. Manche Forscher bringen das großartige Ruinendenkmal in Stonehenge mit den Druiden in Verbindung. Stonehenge liegt in Südengland nördlich von Salisbury. Auf dem Weg nach Cornwall passierte ich zusammen mit einem Freund dieses Gebiet. Interessant war mir, daß dieser englische Freund mir berichtete, daß sich die Teufelszirkel in Cornwall bis heute erhalten haben.
Auf den Missionsfeldern traf ich wieder auf Schlangenkulte verschiedener Art. Einige Beispiele dazu.

B 3 In Nigeria gibt es einen sogenannten Kobrakult. Mein Berichterstatter ist ein Missionar. Menschen, die dem Kobrakult beitreten, müssen ihre Seele dem Teufel verschreiben. Als Belohnung dafür bekommen sie Macht über die Kobras. Die Kobras müssen den Kultmitgliedern in jedem Fall gehorchen. Bei einer Gelegenheit hat ein Zauberer, der erbittertste Feind meines Berichterstatters, diesem Missionar eine Kobra geschickt mit dem Auftrag, den Missionar zu töten. Der Missionar erkannte die Gefahr, stellte sich unter den Schutz Jesu und gebot im Namen des Herrn, und die Schlange konnte ihm nichts anhaben. Auch hier ein Zeichen, daß Gott seine Kinder zu bewahren weiß.

B 4 Ein anderes Beispiel erlebte ich in Liberia. Ich war Gast eines gläubigen Distriktgouverneurs mit europäischer Bildung. Dieser Mann berichtete mir ebenso von einem Schlangenkult in Liberia. Die Mitglieder müssen sich dem Teufel verschreiben und bekommen dann die Macht über alle Schlangen, nicht nur über eine Art. Wenn ein Kultmitglied einen Feind töten will, dann schickt er ihm eine gefährliche Giftschlange mit dem Auftrag, den Gegner zu beißen. Ein junger Mann, der ebenfalls zu dem Schlangenkult gehörte, fand durch den Dienst der Missionare den Weg zu Jesus. Es waren Missionare der Sudan-Interior-Mission. Der junge Mann sagte sich im Namen Jesu von dem Kult los und wurde tatsächlich von dieser satanischen Bindung frei. Eines Tages betrat er ein Haus, und im gleichen Augenblick erkannte er in dem Raum eine große schwarze Schlange. Er schrie auf, denn er wusste ja, daß er durch seine Bekehrung die Macht über die Schlangen verloren hatte. Er erinnerte sich aber an den Schluss von Markus 16 und gebot im Namen Jesu. Die Schlange konnte ihm nichts anhaben. Natürlich ließ er sich auf kein Experiment ein. Auch hier zeigt sich, daß die Macht Satans am Glauben der Jünger Jesu und an dem erhöhten Herrn seine Grenze hat.

Einem Schlangenkult ganz anderer Art begegnete ich mehrmals in USA. Bei meiner Vortragstour im Staate Colorado hörte ich von einem tragischen Zwischenfall in einer Pfingstgemeinde. Zwei junge Prediger brachten Giftschlangen mit in den Gottesdienst. Sie lasen Markus 16 am Schluss, wo es heißt, im Glauben werden sie Schlangen vertreiben, so sie etwas Tödliches trinken, so wird es ihnen nicht schaden. Sie legten sich die Giftschlangen um den Hals und spielten mit ihnen und wurden gebissen. Entgegen ihres gutgemeinten Glaubens starben beide Pastoren. Die Polizei hat von dem Vorfall gehört und hat die Giftschlangen aus der Kirche herausgeholt.

B 5 Ein zweites Mal hörte ich das gleiche bei meiner Tour durch die sogenannten Staaten von Neuengland im Nordosten von USA. Auch hier hat ein Pastor mit Berufung auf Markus 16,18 sich eine Giftschlange um den Hals gelegt. Auch er starb an dem giftigen Biss.
Ein drittes Mal hörte ich es im Staate Illinois. Diese drei letzten Beispiele haben natürlich mit dem Schlangenkult und dem Satanskult nichts zu tun. Sie sind nur der Ausdruck eines religiösen Fanatismus und einer falschen Bibelauslegung. Jesus sagte in einer ähnlichen Situation: "Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen" (Mattb. 4,7).

Ich komme noch einmal zurück zu dem eigentlichen Satanskult. Die Menschenopfer und Tieropfer, die von den alten heidnischen Völkern betrieben worden sind, werden heute wieder von den Satansanbetern praktiziert.

B 6 Ich habe bereits im anderen Zusammenhang die Geschichte des 17jährigen Ross Cochran berichtet. Er war ursprünglich das Glied einer Satanskirche. Er fand den Weg zu Christus und trat aus der Kirche aus. Dann wurde er von seinen früheren Kameraden zu Tode gefoltert. Der Hauptanstifter zu seiner Ermordung war ebenfalls ein 17-jähriger, Otis Hester. Als er verhaftet wurde, zeigte er dem Polizeibeamten auf seiner linken Hand eine Tätowierung, die ein umgekehrtes Kreuz darstellt und darunter die Unterschrift: His majesty the devil (Seine Majestät der Teufel).

B 7 Ein anderes Beispiel ist noch schrecklicher. Zwei junge Menschen, ein Pärchen, wurden von einer amerikanischen Familie als Babysitter eingeladen. Als das Ehepaar nach Hause kam, hatte inzwischen das junge Pärchen, das zu einem Satanskult gehört, das kleine Kind getötet.

Amerika hat eine furchtbare Entwicklung genommen. Vor etwa zwölf Jahren wurde die Bibel und das Gebet aus den Schulen verbannt. Dafür aber zog der Unterricht über Spiritismus, Okkultismus und Satanskulte in die Schulen ein. Neuerdings wird in einzelnen Staaten eine weitere Regelung diskutiert, ob man sich mit dem Unterricht über die satanischen Dinge begnügen soll und nicht vielmehr auch das Praktizieren anordnen sollte.

Eine solche Diskussion habe ich im Staate New Hampshire im Staatshause miterlebt. Ich wurde von einem Senator eingeladen, meine Erfahrungen in USA darzulegen. Die Senatoren hatten darüber zu befinden, ob zu dem bereits bestehenden Unterricht über die satanischen Dinge nicht auch Spiritismus, Magie praktisch in der Schule geübt werden sollten. Ich gab aus meiner Erfahrung den Senatoren so schreckliche Beispiele aus den amerikanischen Colleges und Seminaren, daß in diesem Gremium der Antrag auf die Einführung der praktischen Übungen abgelehnt wurde. Es mutete mich etwas seltsam an, daß ein Deutscher den Amerikanern zu sagen hatte, was in ihren Colleges alles getrieben wird.
Auf weitere Satanskulte stieß ich in Großbritannien. Zwei davon sollen kurz beschrieben werden:

Der Tanatkult
Bei meinen Englandbesuchen hatte ich auch Vorträge in Cornwall, Devon und auch in der Grafschaft Dorset und Somerset. Bei diesen Diensten hin und her im Lande hörte ich von dem Tanatkult. Er hat seinen Ursprung in einem vorchristlichen Fruchtbarkeitskult. Die Sonne galt als männlich, der Mond als weiblich. Ihre Symbole sind dementsprechend für die Sonne das männliche Glied (Penis), für den Mond das weibliche Glied (Vagina). Die Zeichen sind Brot und Salz. Bei den Zeremonien des Tanatkults werden Brot und Salz auf dem Leib einer Frau dargebracht. Die Frau liegt auf dem Tisch in rotem Gewand. Sie ist nur teilweise bekleidet. Hinter dem Altar sind wiederum die Symbole, das männliche und das weibliche Prinzip. Als die ersten christlichen Missionare nach England kamen und die Bevölkerung teilweise missioniert wurde, entwickelte sich aus dem Tanatkult die sogenannte schwarze Messe, die bis heute nicht nur in England, sondern in aller Welt zelebriert wird. Auch heute noch wird die schwarze Messe in ähnlicher Weise gefeiert wie in dem vorchristlichen Tanatkult. Das Abendmahl wird in einer Weise gereicht, daß es hier nicht beschrieben werden kann. Es ist zu schauerlich. Zu der Feier der schwarzen Messe gehören natürlich die Sexorgien. Es gibt heute noch in diesen genannten vier Grafschaften Tanatisten. Das bedeutet, daß die christliche Mission niemals das ganze Volk erreicht hat.

Der Horned-God-Cult
Der Kult sitzt in London und ist eine Abzweigung der Satanskulte. Jedes Mitglied hat einen horned God (einen gehörnten Gott) zu Hause. Dieser gehörnte Gott streckt die Arme aus wie Jesus am Kreuz. Die Füße sind aber einer Schlange nachgebildet. Wir hörten ja im anderen Kapitel von "the goat of mendes" (der Ziegenbock von Mendes). Dieser Ziegenbockskopf ist das Symbol Satans. The Horned-God-Cult ist also auch eine Form der Satansverehrung.

In Burton an the Water gibt es ein Museum für Zaubereigegenstände. In diesem Museum sind sowohl die Symbole vom Horned-God-Cult als auch der nachgebildete Altar des Tanatkults.

Schwarze Messe
Alle Satanskulte der Geschichte und der Gegenwart zelebrieren die schwarze Messe. Es gibt nur wenige Ausnahmen wie zum Beispiel die Progressleute.
Der Sinn der schwarzen Messe ist die Verhöhnung Gottes, die Verlästerung der Trinität.

B 8 Vor einigen Jahren erregten einige Theologiestudenten in Münster (Deutschland) großes Aufsehen. In einer Kirche feierten sie die schwarze Messe. Auf dem Altar standen Schnapsflaschen. In den Gebeten ersetzten sie den Gottesnamen mit dem Namen Satans. Man fragte sie, warum sie eigentlich Theologie studierten. Ihre Antwort war: um die Kirche zu zerstören.

B 9 Bei einer Vortragsreise in Cornwall (England) hörte ich von den schwarzen Messen dieses Gebietes. Als Altar wird eine unbekleidete Frau benützt, die von den Angehörigen auf dem Altar zu Perversitäten missbraucht wird. Man kann die Scheußlichkeiten gar nicht in einem Buch wiedergeben. Es liegt mir die Beichte eines Akademikers vor, der seit der Praxis dieser Scheußlichkeiten innerlich nicht mehr zur Ruhe gekommen ist. Manchmal brechen die Satanisten in Kirchen ein und stehlen für die schwarze Messe die Monstranz oder nehmen ein Kruzifix zu ihren Feiern und versehen den Christuskörper mit ihrem Kot.

B 10 In USA feiern die Satanisten die schwarze Messe mit Tierblut. Ganz exklusive Zirkel der Satanisten vermischen Wein und Brot mit einer Substanz der Frau und des Mannes. Auf Haiti trinkt die Highpriestess (die Hohepriesterin) beim Jahresfestival Kinderblut. Bei den Macumbagruppen in Brasilien ereignet sich das gleiche bei der Weihe einer Mae de Santo (Kultmutter).
Die Praktikanten der schwarzen Messe sind Satans Elitetruppen.

Den Sympathisanten des Friedenszeichens sei nochmals mitgeteilt, daß der Schwarze Papst, Anton LaVey, in San Francisco vor Beginn seiner Satansfeiern auf großer Leinwand das Friedenszeichen aufziehen lässt. Und die harmlosen Christen Europas tragen das Friedenszeichen an einer Halskette oder am Ärmel der Jacke.

Befreiung
Zur Frage der Befreiung aus dem Satanskult verweise ich auf das Zeugnis von David Hansen. Ferner kann ich ein Buch empfehlen, "Satans Seller" von Mike Warnke. Der Verfasser war selbst ein Hohepriester in der Satanskirche, wurde durch Christus befreit und gab dann sein Zeugnis in diesem erwähnten Buch. Ein wundervolles Beispiel der Befreiung aus dem Bann Satans gab Ernest H. Nickerson in seinem empfehlenswerten Blatt "The Path of Life" auf Seite 10. Sein Artikel ist überschrieben:
Ein früherer Satanist ist jetzt Prediger des Evangeliums.
Hershel Smith wandte sich schon als Schuljung den Satanisten zu. Mit 13 Jahren enthäutete er einen kleinen Hund lebend und trank dessen Blut. Später entwickelte er einen sadistischen Hang, abgeschabte Haut von Fingern und Fußsohlen fremder Menschen zu essen, die es erlaubten. Er bekam dadurch den Namen "Skin eater" = Hautesser. Noch viele andere absurde Dinge trieb er aus Liebe zu Satan. Man wurde deshalb in den Kreisen der Satanisten auf ihn aufmerksam, und Hershel machte unter ihnen Karriere. Er wurde schließlich Hohepriester und praktizierte alles, was zur Satansanbetung und Verehrung gehört.
Und diesen mit tausend Ketten Satans gebundenen Mann holte der Sieger von Golgatha aus diesem Teufelskreis heraus. Hershel Smith wurde ein Jünger Jesu und fühlt sich heute besonders für Jugendliche verantwortlich, die gleich ihm auf Abwege geraten sind. Er unterhält und leitet ein Jugendzentrum in Kalifornien, wo er jungen Menschen den Weg zu Jesus, dem Befreier, zeigt.


Vom Satanisten zu Christus
Im Jahr 1975 schenkte mir der Herr die Begegnung mit einem ehemaligen Satanisten. Er gab mir die Erlaubnis, seine Lebensgeschichte zu veröffentlichen. Einige Monate nach unserer Begegnung sandte mir David Hansen eine Kurzbiographie. Da sie für einen vollständigen Abdruck zu lang ist, gebe ich nur die Einleitung des Briefes, um einen plastischen Hintergrund der folgenden Geschichte zu geben.

"Lieber Dr. Koch, ich danke Ihnen für die Zeit, die Sie mir nach Ihrem Gottesdienst in der Trinity Baptist-Kirche in Santa Barbara gewährten. Es war eine entscheidende Versammlung für mich, voller Ermutigung und voller Segen.
Ich danke Gott für Ihr Christus-ergebenes Leben und für das Werk, in das Sie der Herr geführt hat. Als ich Ihr Buch WINE OF GOD las, wurde ich wiederum gesegnet, ermutigt und in meinem Glauben gefordert. Der Herr hat Ihr Leben benützt, mich allezeit aufzurichten und zu stärken, seitdem ich mich in Ihre Bücher vertieft habe. Ich bete darum täglich für Sie."

Und nun die Geschichte dieses Mannes, der an einer höheren Schule unterrichtet. Das Christentum, von dem er im Elternhaus und in der Kirche gehört hatte, ließ ihn unbefriedigt. Er sah mit wachen Augen die große Kluft zwischen den christlichen Lehren und dem praktischen Ausleben. Er war auch ehrlich genug, die Diskrepanz zwischen Wollen und Vollbringen im eigenen Leben zu erkennen. Darum suchte er nach einer soliden Grundlage des Lebens.Er strebte nach einer Kraft, die es ermöglichte, das auszuleben, was man sein wollte.

Eines Abends hörte er im Fernsehen einen Satanisten, der mit tönenden Worten die Macht Satans anpries. Dieser Finsterling sagte unter anderem: "Wollt ihr Kraft, wir geben sie. Sucht ihr Erfüllung eures Lebens, wir bieten sie. Das Christentum hat schon längst abgewirtschaftet. Es hat ohnehin seinen Anhängern nie etwas geboten, sondern sie nur mit leeren Versprechungen abgespeist."
An diesem Abend fiel im Leben des suchenden Gymnasiallehrers die Entscheidung. Er ließ sich die Anschrift und den Versammlungsort des nächsten Satanskultes geben. Es war der Skeleton Canon (Skelett-Schlucht) bei Thousand Oaks, einem Ort zwischen Santa Barbara und Los Angeles. Ich habe sechsmal diesen Ort passiert.
Zwei Jahre war der Lehrer Mitglied dieser Gruppe, die normalerweise von Samstag 16 Uhr bis 24 Uhr oder länger im Skeleton Canon zusammen war, schwarze Messen und Orgien feierte. David hatte alles Satan geopfert: sein Leben, seine Seele, sein Heim, sein Vermögen, seinen Wagen und seine Familie. Zur Ruhe war er bei diesem totalen Opfer aber nicht gekommen. Die Finsternis griff nach seiner Seele, und Selbstmordgedanken bemächtigten sich seiner.
Eines Tages befand er sich wieder im Gebet zu Satan, seinem Herrn. Er fluchte Gott, ein Vorgang, der zum genuinen Gebet zu Satan gehörte. Da drängte sich seinem Sinn und Gedächtnis ein Bibelwort aus 1. Joh. 4,4b auf: "Größer ist der, der in euch ist, als der, der in der Welt ist." Trotz dieses Bibelwortes fluchte er immer noch Gott mit allem Hass, dessen er fähig war. Doch spürte er, daß in seinem Herzen und in dem Raum ein großer Friede sich ausbreitete. Diese Atmosphäre überwältigte ihn. Sie war gottgewirkt. David saß plötzlich auf seinem Bett und bat Gott um Hilfe. Er hörte sein Beten und Schreien.

Von diesem Erlebnis an bekam sein Leben einen neuen Kurs. Er nahm die Bibel vor und studierte täglich eifrig die Heilige Schrift. Sein Friede wurde dabei immer tiefer.
Dann kam der nächste Samstag heran, an dem sich seine ehemaligen Freunde in Skeleton Canon wieder versammelten. David betete um Klarheit, was er tun sollte. Er nahm sich vor, noch einmal diese Versammlung zu besuchen, um seinen Austritt zu erklären und den Kameraden Jesus Christus zu bezeugen.
Nachmachen darf man das nicht. Ich würde als Seelsorger nie den Rat geben, noch einmal diesen teuflischen Versammlungsort zu besuchen. In diesem Fall hatte David nicht nur die innere Freiheit, sondern auch die Kraft und Vollmacht dazu.
Er suchte den Skeleton Canon auf. Als alle Mitglieder versammelt waren, ergriff er das Wort, erklärte seinen Austritt und bezeugte Jesus Christus als seinen Befreier und Erlöser. Die Kameraden staunten, widersprachen ihm seltsamerweise aber nicht. Sie fragten ihn nur: "Warum tust du das? Was bekommst du dafür?" David blieb die Antwort nicht schuldig.
"Ich tue diesen Schritt, weil das Leben in dieser Gemeinschaft mir nur Unfrieden, Verzweiflung und Selbstmordgedanken gebracht hat. Was ich mit Christus bereits gewonnen habe, ist ein innerer Friede, der höher ist als alle Vernunft."
Das Zeugnis für Christus und die Diskussion zog sich neun Stunden bis nach Mitternacht hin. Der Erfolg war, daß eine ganze Reihe seiner Kameraden erklärte: "Wir gehen mit dir. Deine Not war auch unsere Not. Wir suchen auch diesen Frieden, den Christus zu geben hat."

An dem Ausgang dieser Versammlung sieht man, daß David vom Herrn den Auftrag hatte, noch einmal diese Kultstätte aufzusuchen.
Wer Satan davonlaufen will, muss mit schwersten Rückschlägen und Angriffen rechnen. In der Nacht nach diesem gewaltigen Sieg Jesu Christi an der satanischen Kultstätte erlebte David das persönliche Eingreifen Satans. Der Böse erklärte ihm: "Du gehörst mir. Wenn du mir entlaufen willst, dann töte ich dein Kind und mache dich zum armen Mann." David aber war entschlossen: "Komm, was kommen mag und der Herr zulässt, ich bleibe bei Jesus."
Am nächsten Morgen war sein Kind schwer krank und musste ins Spital gebracht werden. Die Krankenhausbehandlung dauerte drei Wochen. Dann starb das Kind. Die Rechnung betrug nach deutschem Geld rund DM 33 000.
Satan hatte seine Drohung wahrgemacht: das Kind umgebracht und ihn finanziell ruiniert.

An dieser Stelle muss ich den Bericht unterbrechen. Ich habe die Geschichte Davids schon einmal in einem Rundbrief kurz berichtet. Daraufhin erhielt ich verschiedene Zuschriften mit der Bitte, diese Wendung der Dinge wegzulassen. Manche Christen stoßen sich daran, weil sie glauben, mit der Bekehrung ist alles ausgelöscht, und alle Probleme sind gelöst. Vor allem finden wir diese Meinung in amerikanischen und kanadischen Kirchen.
Eines stimmt: Mit der Bekehrung sind alle Sünden vergeben. Es sind aber noch lange nicht alle Folgen beseitigt. Die Bibel vertritt keine oberflächliche, gedankenlose Theologie.
Ein Beispiel, das ich schon mehrfach gebrauchte, kann uns eine Hilfe geben. Ein Playboy hatte sich bei seinem ausschweifenden Leben eine hartnäckige Krankheit, die Lymphopathia venerea, zugezogen. Er fand Christus und damit die Vergebung für sein Luderleben. Aber seine Krankheit war damit nicht ausgelöscht. Sie brauchte noch lange eine ärztliche Behandlung.

Es gibt Bibelstellen, die jede oberflächliche Theologie ad absurdum führen.
Denken wir an Bibelstellen wie Jesaja 45,7: "Ich gebe Frieden und schaffe das Übel." Gott schafft das Übel?
Oder denken wir an Amos 3,6: "Ist auch ein Unglück in der Stadt, das der Herr nicht tue?" Gott bringt Unglück?
Die gedankenlosen, oberflächlichen Christen vergessen Gottes Heiligkeit und Gerechtigkeit und unterschätzen Satans Gewalt.
David hatte sich dem Teufel verschrieben und Gott oft geflucht. Es ist Gottes Sache, wenn er den Tod des Kindes und den finanziellen Ruin Davids zuließ. Übrigens hat David mir berichtet, daß dieses Kind schon im Mutterleibe Satan geweiht worden war.

Trotz dieser schweren Schläge ließ sich David nicht mehr von Jesus abbringen. In Zukunft stellte er täglich seine Familie und sich selbst unter den Schutz Jesu. Die Anweisungen in meinem Buch "Occult Bondage and Deliverance" wurden ihm dabei zum Segen.
Als zusätzliche Hilfe suchte er nach Gläubigen, die ihn im Gebet unterstützen sollten. Er erlebte dabei große Enttäuschungen. Die Christen hatten Angst vor ihm und gingen ihm aus dem Weg. Es ist eine Tragödie, daß die Christen der westlichen Welt so wenig Sinn für Gebetszellen haben, die angefochtenen und bedrohten Christen zu Hilfe kommen.
Inzwischen ist David vielen Gemeinden zum Segen geworden. Er gibt überall auf Einladung hin sein Zeugnis, wie Christus ihn aus den Banden Satans befreit hat. Gott rüstet diesen Bruder zu, okkult Belasteten seelsorgerliche Hilfe zu bringen. Viele Kirchen haben ihm die Türen geöffnet.
Ein solcher Dienst erfordert die Gebetshilfe von verständnisvollen Christen. Dieses Erlebnis aus dem Jahr 1975 ist eine erste Antwort auf die Frage:
"Wer ist der Mann, der die Starken zum Raube hat."  Wir kennen ihn.

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